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Deutschland braucht Breitband

Wie schnell ist euer Internet zu Hause? Nicht so wahnsinnig schnell oder sogar total langsam? – Das könnte sich schon bald ändern, denn die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetzesentwurf für einen flächendeckenden Breitbandausbau.

Das so genannte „Gesetz zur Erleichterung des Ausbau digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze“- kurz „DigiNetzG“ sieht vor, dass Glasfaserkabel bei Bauarbeiten gleich mitverlegt werden. Praktisch –  bei der Erschließung eines Wohngebietes wird das Highspeed-Internet also gleich mit eingebuddelt. Was so simpel daher gesagt klingt, ist allerdings dringend notwendig, damit Deutschland bei der Digitalisierung nicht den Anschluss verliert – im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Studie der Industrieorganisation FTTH Council förderte nämlich jüngst erschreckende Ergebnisse zum Vorschein. Demnach verfügt gerade einmal ein Prozent der Bundesbürger über einen Breitbandanschluss, mit diesem Wert steht Deutschland ähnlich schlecht wie Jordanien dar. Echte Musterschüler in dieser Rubrik hingegen sind baltische Länder, wie Litauen und Lettland, in denen 35 Prozent der Haushalte einen Highspeed-Internetanschluss besitzen. Noch besser steht Südkorea da: Hier sind es stolze 72 Prozent.

Doch wird das „DigiNetzG“ etwas nutzen? Und wann können wir mit ersten Fortschritten rechnen?

Allzu euphorisch sollte man nicht sein. Zwar ist das Gesetz schon ein Schritt in die richtige Richtung und zeigt, dass die Zuständigen die Dringlichkeit des Themas auch tatsächlich erkannt haben, jedoch gibt es noch einige Lücken. Beispielsweise werden allzu oft leere Rohre verlegt, in die die Telekom irgendwann einmal Rohre legen könnte, ob sie das auch tatsächlich tut, steht auf einem anderen Blatt. Außerdem übt das Gesetz keinerlei Druck auf Kommunen aus, da keinerlei Sanktionen fällig werden, sollten sich die Lokalpolitiker nicht daran halten.

Wer also über Internet im Schneckentempo klagt, der muss sich wahrscheinlich noch etwas gedulden oder aber nach Südkorea ziehen …